B. Goetzke-verkleinertBernhard Goetzke wurde am 05. Juni 1884 in Danzig, heute Gdansk, Polen, geboren.
Nach privatem Schauspielunterricht war er an verschiedenen Bühnen tätig. Zuerst in Düsseldorf, dann in Dresden. Nach der Jahrhundertwende kam er nach Berlin, wo er seit 1903 zu den Mitarbeitern Max Reinhardts zählte, und am “Kleinen Theater” sowie am “Neuen Theater” in Nebenrollen zu sehen war. Später übernahm er auch größere Rollen, spielte beispielsweise den Herzog Frederic in Wie es euch gefällt. Im Laufe der Jahrzehnte war Goetzke an verschiedenen Bühnen tätig.
Mit dem Film Furcht (1917) begann seine Filmkarriere. Es folgten Filme wie Veritas Vincit - Die Wahrheit siegt! oder Die Japanerin (beide 1919).
Durch sein scharf geprägtes Anlitz, der hohen Stirn, den tiefliegenden Augen sowie der hohen, schlanken Gestalt, gehörte Goetzke zu den eindrucksvollsten Erscheinungen unter den deutschen Schauspielern des Stummfilms. (Deutsches Bühnenjahrbuch, 1964)
Bekannt wurde Goetzke durch seine Rolle als Tod in dem Film Der müde Tod (1921) von Fritz Lang.
Es folgten weitere Filme mit Fritz Lang, darunter Dr. Mabuse - Der Spieler (1922), wo er den Gegenspieler Mabuses, Staatsanwalt Norbert von Wenk, spielte und Die Nibelungen (1924) als Volker von Alzey.
Goetzke stand auch in ausländischen Produktionen vor der Kamera wie den beiden deutsch-britischen Coproduktionen The Blackguard (1925) und The Moutain Eagle (1926) oder der finnischen Produktion Erämaan turvissa (1931).
Seine letzte Hauptrolle hatte er in dem Film Salamander (1929), der ersten deutsch-sowjetischen Koproduktion.
Mit dem Aufkommen des Tonfilms teilte er das Schicksal vieler Kollegen, die während der Stummzeitära erfolgreich gewesen waren.
Sein Ruhm schwand, obwohl er kontinuierlich weiterarbeiten konnte, und er trat in Filmen nur noch als Nebendarsteller auf. Darunter in K1 greift ein (1933) oder Münchhausen (1942).
Während des Zweiten Weltkrieges war er in einigen NS-Propagandafilmen zu sehen wie Jud Süß (1940) oder Ich klage an (1941).
Nach dem Krieg widmete sich Goetzke verstärkt dem Theater, spielte beispielsweise im Schiller-Theater in West-Berlin, und übernahm nur noch wenige Filmrollen. Bis zu seinem Tode war er ein anerkanntes Ensemblemitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Westberlins.
Am 07. Oktober 1964 starb er in Berlin (West).

Filmographie
Stummfilm

1917
Furcht (Diener)

1918/1919
Veritas Vincit - Die Wahrheit siegt! (Inder)
Die Japanerin

1919
Todesurteil
Unheimliche Geschichten
Misericordia - Tötet nicht mehr!
Anita Jo
Zwischen Leben und Tod
Die Pantherbraut (Priester)
Madame DuBarry
Nach dem Gesetz
Mit Leib und Seele eigen
Die Spione
Der Karneval der Toten
Der Dolch des Malayen (Yschutschur, malaisischer Kutscher)

1919/1920
Die 999. Nacht (Vezier)
Menschen

1920
Nirvana - 1. Teil: Das Haus des Schreckens
Nirvana - 2. Teil: Der Überfall auf die Telegraphenstation
Nirvana - 3. Teil: Der Ruf über das Meer
Nirvana - 4. Teil: Die brennende Stadt
Nirvana - 5. Teil: Der unterirdische Tempel
Nirvana - 6. Teil: Die Sühne
Götzendämmerung. Opfer der Keuschheit
Das Gesetz der Wüste
Dämon der Welt- 2. Wirbel des Verderbens
Zügelloses Blut - 1. Luxusfieber
Zügelloses Blut - 2. Die Diamantenfalle
Die Jagd nach dem Tode - 1. Teil (Lubzang, ein Inder)
Die Jagd nach dem Tode - 2. Teil: Die verbotene Stadt (Lubzang, ein Inder)
Der Schädel der Pharaonentochter (Paophis)
Puppen des Todes
Der Tod im Nacken
Tschetschensen-Rache
Toteninsel
Satans Peitsche
Die Jagd nach dem Tode - 1. Teil (Lubzang, ein Inder)
Die Jagd nach dem Tode - 2. Teil: Die verbotene Stadt (Lubzang, ein Inder)
Das Geheimnis von Bombay. Das Abenteuer einer Nacht
Das Bild der Geliebten

1920/1921
Die Jagd nach dem Tode - 3. Teil: Der Mann im Dunkel (Lubzang, ein Inder)
Die Jagd nach dem Tode - 4. Teil: Die Goldmine von Sar-Khin (Lubzang, ein Inder)
Die Verschwörung zu Genua
 

1921
Der Mord ohne Täter
Die Brüder Karamasoff
Der Frauenarzt
Verbrechen aus Leidenschaft
Synphonie des Todes
Könneyved, der große Unbekannte
Der müde Tod (Tod/El Mot - der Gärtner, Bogner des Kaisers)
Das Indische Grabmal - Die Sendung des Yogi (Yogi Ramigani)
Das Indische Grabmal - Der Tiger von Eschnapur (Yogi Ramigani)
Die Ehe der Fürstin Demidoff
Aus dem Schwarzbuch eines Polizeikommissars - 2. Teil: Verbrechen aus Leidenschaft
Kinder der Finsternis - 1. Teil Der Mann aus Neapel
C.d.E. - Club der Entgleisten
 

1921/1922
Dr. Mabuse, der Spieler - 1. Teil: Der große Spieler - Ein Bild unserer Zeit (Staatsanwalt Norbert von Wenk)
Dr. Mabuse, der Spieler - 2. Teil: Inferno - Ein Spiel von Menschen unserer Zeit (Staatsanwalt Norbert von Wenk)
 

1922
Kinder der Finsternis - 2. Teil Kämpfende Welten
Das Weib des Pharao
Vanina oder die Galgenhochzeit (Priester)
Peter der Große

1922-1924
Die Nibelungen - Siegfried/Siegfrieds Tod (Volker von Alzey)
Die Nibelungen - Krimhilds Rache (Volker von Alzey)

1924
Dekameron-Nächte (Torello)

1924/1925
Die Prinzessin und der Geiger (Adrian Levinsky)

1925
Zapfenstreich
Die Verrufenen (Robert Kramer)
Briefe, die ihn nicht erreichten

1925/1926
Der Bergadler (Mr. Pettigrew/Bürgermeister Petermann)
 

1926
Die letzten Tage von Pompeji (Arbace)
Die Zwei und die Dame (Rechtsanwalt Aage Gade)
Die Unehelichen
Die versunkene Flotte (Korvettenkapitän Barnow)

1927
La Vestale du Gange
Feme (Professor Lenzberg)
Die Gefangene von Shanghai (General Hai Lung)
Das Gefährliche Alter (Richard Lindtner)

1927/1928
Tragödie im Zirkus Royal (D. Magirus)

1928
Vivre
Schuldig (Thomas Feld)
Die Sache mit Schorrsiegel (Professor de Geer)
Falschmünzer (Professor Zange)
Children of no importance
Guilty
Der Staatsanwalt klagt an (Staatsanwalt)

1929
The Wrath of the Seas
Die Todesfahrt im Weltrekord
Der Graf von Monte Christo (L’abbé Faria)
Frühlingserwachen. Eine Kindertragödie (ein Lehrer)

Filmographie
Tonfilm

1936
Fridericus - Der alte Fritz (General?)

1940
Bismarck (Flügeladjutant des preußischen Königs)

1940-1942
Der große König (General von Hülsen)

1941
Ich klage an (Erzhofbaumeister Zienecke)

1942
Die Entlassung (Majunke)

1943
Münchhausen (Gatti)

1950
Das kalte Herz (armer Bauer am Karussell auf der Kirmes)

noch nicht vollständig